Mittwoch, 20. Juni 2012

[Rezension] Sergej Lukianenko - Trix Solier: Odyssee im Orient

Inhalt:
Trix Solier, der junge Zauberlehrling, verbringt seine Zeit mit langweiliger Küchenmagie. Dabei würde er doch viel lieber Abenteuer erleben und Heldentaten vollbringen. Als ein Drache eine alte Schuld seines Meisters Sauerampfer einfordert, stattdessen aber nur Trix antrifft, überträgt er diese Schuld einfach auf ihn und nimmt ihn mit ins ferne Samarschan. Dort erlebt Trix endlich die Abenteuer von denen er schon so lange träumte...

Eindruck:
Das erste Buch über den mutigen jungen Zauberer - "Lehrling voller Fehl und Adel" - ist mir dank des einzigartigen Humors des Autors und dessen fantastischen Ideen noch in bester Erinnerung. Das nun vorliegende zweite Abenteuer reicht zwar nicht ganz an seinen Vorgänger heran, hat mir aber dennoch einige vergnügliche Lesestunden beschert.

Das Hauptmerkmal dieser Bücher ist wohl der spezielle Humor Lukianenkos. Es wird eine ganze Reihe an Klischees bedient und es gibt eine Vielzahl an witzigen und sehr überzogenen Anspielungen auf aktuelle und ältere Literatur, auf die Gesellschaft, Politik und die Eigenheiten von uns Menschen. Das führt dazu, dass man ganz aufmerksam liest, damit einem auch ja nichts entgeht. Und obwohl ich ganz besonders auf solche Anspielungen geachtet habe, bin ich überzeugt, dass ich aufgrund der großen Menge doch noch einige überlesen habe.

Doch trotz des Humors, der meinen Geschmack genau trifft, fiel es mir schwer, in das Buch hineinzufinden. Das lag zum einen an der Sprache. Ist sie mir zwar noch vom Vorgänger in Erinnerung, hatte ich trotzdem wieder mit ihr zu kämpfen: Denn die Sprache ist etwas eigentümlich und altmodisch und erleichtert einem den Einstige in das Buch nicht gerade. Die Sätze sind teils sehr ausschweifend und die Formulierung erinnern eher an ältere Bücher.
Zudem hat sich die erste Hälfte doch etwas zäh gestaltet. Meiner Meinung nach hätte eine Straffung der Handlung an der einen oder anderen Stelle dem Handlungs- und vor allem Spannungsverlauf durchaus gut getan. Und so musste ich mich doch durch einige Kapitel eher durchkämpfen, bevor Trix ab der Hälfte in gewohnter Manier spannend und humorvoll durchstartet.

Schön ist, dass man diesen zweiten Roman auch ohne Vorkenntnisse des ersten lesen kann, da er eine vollkommen neue Geschichte erzählt. Und doch trifft man auch einige alte Bekannte wieder. Da ist zum Beispiel die störrische Fee Annette, die mir im ersten Buch sehr ans Herz gewachsen ist. Und auch Ian, Fürstin Tiana und viele weitere sind wieder mit von der Partie.
 
Zielgruppe sind vor allem jüngere Leser von 11 bis 13 Jahren. Aber ich kann das Buch auch Erwachsenen bedenkenlos empfehlen. An den Abenteuern werden wohl Jung und Alt gleichermaßen Spaß haben. Aber besonders die Vielzahl an Anspielungen auf unsere eigene Gesellschaft werden wohl eher die älteren Leser verstehen.  

Fazit:
Auch das zweite Abenteuer von Trix Solier hat mir viel Freude und ein paar zugleich spannende wie auch humorvolle Stunden bereitet. Sergej Lukianenko hat mal wieder eindeutig bewiesen, dass er sowohl großartige Romane für Erwachsene als auch unterhaltsame Jugendbücher schreiben kann. Er ist und bleibt einer meiner absoluten Lieblingsautoren!


Taschenbuch: 592 Seiten
ISBN-13: 978-3407811080

Reiheninfo:
  1. Zauberlehrling voller Fehl und Adel
  2. Odyssee im Orient

Ich danke dem Verlag Beltz & Gelberg und "Blogg dein Buch" für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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1 Kommentare:

Hermia hat gesagt…

Ah, jetzt hast du es auch gelesen. Schön, das es dir gefallen hat!

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